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Massage-Fachinstitut im Louis Braille Haus

Das Massage-Fachinstitut Louis Braille Haus wird betrieben vom Blindenverband WNB. Derzeit arbeiten bei uns 18 blinde und sehbehinderte Masseure und Masseurinnen. Alle Fachtechniken werden angeboten. Bei uns sind Sie in den besten Händen.

Im Jahr 1993 ging gleichzeitig mit der Eröffnung des Louis Braille Hauses, Hägelingasse 4-6, 1140 Wien das Massage - Fachinstitut in Betrieb. Es zählt mittlerweile zu den erfolgreichsten Servicestellen des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Wien, Niederösterreich und Burgenland.

Am Anfang jeder Erfolgsgeschichte stehen eine starke Vision und eine starke Persönlichkeit, die das Talent und die Kraft besitzt, die Vision auch umzusetzen. Im Falle des Massage-Fachinstituts hieß diese Persönlichkeit Franz Kulovits und seine Vision lautete: „Nutzen wir die außergewöhnlichen taktilen Fähigkeiten blinder Menschen für den Aufbau eines erstklassigen Massageinstituts!"

Dass diese Idee aufgehen kann, hatte Franz Kulovits mit seinem eigenen Institut ja schon längst bewiesen. Selbst seit seinem 20-sten Lebensjahr erblindet, führte er einen florierenden  Betrieb, in dem er ausschließlich blinde Masseure angestellt hatte. Er durfte eine ganze Reihe wichtiger Persönlichkeiten zu seinen höchst zufriedenen Kunden zählen, darunter auch den ehemaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil.

Neben seiner Tätigkeit als erfolgreicher Geschäftsmann und engagierter Vertreter für die Anliegen blinder Menschen gehörte er aber auch zum Vorstand des Verbands. Und diese  Kombination sollte sich Mitte der 1990-er Jahre als sehr glücklich erweisen.

Ein kostenloser Gewinn


Als nämlich die Planungsarbeiten für das Louis Braille Haus begannen, brachte Franz Kulovits die Idee ein, die Räumlichkeiten für ein kleines, aber feines Massageinstitut vorzusehen. Das dafür nötige Budget war freilich nicht vorhanden. Und wenn man weiß, wie schwierig es letztlich war, das Louis Braille Haus überhaupt zu finanzieren, dann kann man sich vorstellen, dass die Idee nur bedingt Unterstützung fand. Aber davon lassen sich Menschen wie Franz Kulovits bekanntlich nicht aufhalten. Er baute auf seine guten Kontakte in das Sozialministerium und schaffte es tatsächlich, dass sämtliche Kosten für die Einrichtung der Räumlichkeiten genau von diesem Ministerium abgedeckt wurden.

Mit der Eröffnung des Louis Braille Hauses im Jahr 1993 konnte also auch die Eröffnung des Massage-Fachinstituts stattfinden. Man hatte im Keller des Hauses auf ca. 20 m² einen Massageraum mit vier Liegen zur Verfügung. Und sehr bald waren es drei Masseure, die hier regelmäßig ihrer Arbeit nachgingen. Die ehrenamtliche Leitung des Instituts übernahm selbstverständlich Franz Kulovits und als Starthilfe schickte er auch gleich einige Kunden aus dem eigenen Betrieb in das Louis Braille Haus.

Ein wachsender Erfolg


Aus den ersten Kunden wurden Stammkunden und dazu gesellten sich im Laufe der Jahre immer mehr Menschen, die ins Louis Braille Haus zu einer wohltuenden Massage kamen. Dieses  stetige Wachstum war mit ein Grund für Franz Kulovits noch einmal ganz entscheidend aktiv zu werden. Er wollte in der ältesten Blindenschule im deutschsprachigen Raum den ersten Massagekurs für blinde Menschen einrichten. Als Unterstützer zeigten sich sowohl das WIFI als auch das AMS und das BFI interessiert. Aber was wäre Österreich ohne seinen Widerstand gegen wirklich neue Ideen? Das Projekt drohte tatsächlich zu scheitern. Bestimmte zuständige Stellen konnten die Sinnhaftigkeit solcher Ausbildungskurse nicht erkennen...

Glücklicherweise kam da eine Idee aus dem Landesverband: Warum deklarierte man den Kurs nicht als Forschungsprojekt? Die Herstellung von Bürsten und Besen durch blinde Menschen wurde ja unter demselben Titel gefördert! Der Ausbildungskurs wurde eingerichtet und besteht noch heute. Und die meisten Masseure im Massage-Fachinstitut erhielten ihre Basisausbildung in genau diesem Kurs.

Hochwertige Fachtechniken ohne Aufpreis


Wer als Neukunde im Massage-Fachinstitut einen Termin will, der darf auf keinen Fall ungeduldig sein. Denn das qualitativ hochwertige Angebot des Instituts ist höchst  begehrt und ohne Aufpreis zu genießen! Es reicht von der klassischen Massage über die speziellen Fachtechniken Lymphdrainage, Fußreflexzonenmassage, Akupunktmassage, Segmenttherapie, bis zur Bindegewebsmassage. Um die Qualität des Instituts weiter zu erhöhen, wurde in den letzten Jahren eine Reihe von internen Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt. Da es mittlerweile auch Außenstellen in großen behördlichen Organisationen gibt, wo jede Woche ein Masseur zur Verfügung steht, wächst die Zahl der Kunden kontinuierlich an.

Neuer Schwung


Das Massage-Fachinstitut, das in den letzten Jahren stark expandieren konnte, feierte 2013 bereits sein 20-jähriges Jubiläum. Die gute Atmosphäre im gesamten Team ist deutlich spürbar. All jene, die Massagen in Anspruch nehmen, können also nicht nur die fachliche Qualität, sondern auch das amikale Klima in einem besonderen Massage-Betrieb genießen.